Es war einmal ...   

 

... ein schottischer Schäfer der Anfang des 16. Jahrhunderts nach Polen reiste
um dort Getreide gegen Schafe zu tauschen.
Da er von der Arbeit der dort heimischen Hunde so begeistert war, nahm er drei dieser Tiere
 (zwei Hündinnen und einen Rüden) mit zurück in seine Heimat.
Dort kreuzte er sie mit schottischen Hunden; das Ergebnis dieser Kreuzungen waren
die frühen Vorfahren des Bearded Collie.
Ihnen ist die Widerstandsfähigkeit dieser Rasse zu verdanken: Problemlos passten sich die Tiere
dem rauhen Klima der Highlands an,
wo sie als Gebrauchshunde eingesetzt wurden und bei jeder Winterung die Schafe hüteten.
Da der Beardie der Hund des armen bzw. einfachen Mannes war,
gibt es aus dieser Zeit kaum bildliche Überlieferungen.

So oder so ähnlich könnte sich diese Geschichte zugetragen haben.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts interessierte sich in Europa plötzlich auch die feine Gesellschaft für den Bearded Collie.
1912 wurde in Edinburgh ein Rassehunde-Club gegründet, und hier kam die Züchterin Cameron Millar auf die Idee,
den Bearded Collie mit dem etwas ähnlichen Bobtail zu kreuzen. Dieses Unterfangen erwies sich jedoch als Mißerfolg,
und mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschwand der bärtige Collie erst einmal von der Bildfläche.

Aber im Jahr 1944, als die Rasse fast gänzlich ausgestorben war,
startete eine kleine Gruppe begeisterter Hundefreunde einen Rettungsversuch:
An ihrer Spitze stand Mrs. Willison, die Besitzerin der Hundehandlung von Bothkennar in Ayrshire (Schottland),
der es tatsächlich gelang, zwei reinrassige "Beardies" zusammenzubringen.
Mrs. Willison wurde eigentlich nur aus Versehen zur "Retterin" des Bearded Collie.
Sie hatte einen Shetland-Sheepdog-Welpen bestellt und bekam fälschlicherweise einen kleinen Bearded Collie geliefert.
Die starke Persönlichkeit dieses Hundes beeindruckte Mrs. Willison so sehr, daß sie beschloß, ihn zu behalten
und fortan an der Reinerhaltung dieser wundervollen Rasse zu arbeiten.
Ihre kleine Hündin wurde unter dem Namen Jeannie of Bothkennar bekannt.
Im April 1950 wurde der erste Nachkomme geboren, und seitdem ist der Erhalt der Rasse gesichert.

Sein Erfolg bei den britischen Rassehunde-Freunden setzte in den 70er Jahren ein,
und in Frankreich gehört er heute zu den beliebtesten Hütehunden.
In den Vereinigten Staaten ist der Bearded Collie eher selten anzutreffen, doch dafür findet er in Skandinavien,
vor allem in Schweden,immer mehr Freunde.
Insgesamt erfreut sich der Beardie immer größerer Beliebtheit.